𝗘𝗿 𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱 𝗶𝗻 𝗺𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗕ü𝗿𝗼. 𝗚𝗲𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗠𝗮𝗻𝗻. 𝗦𝗰𝗵𝗲𝗶𝗻𝗯𝗮𝗿 𝗶𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗴𝘂𝘁𝗲𝗹𝗮𝘂𝗻𝘁.
Dann sagte er, er habe schon überlegt, auf der Brücke einfach nach rechts zu ziehen.
Ich war damals IT-Führungskraft. Keine Ausbildung. Kein Konzept. Nur ein Bauchgefühl.
Ich habe gefragt: „Ist das ein Impuls – oder planst du das konkret?“ Habe alles abgesagt. Wir sind spazieren gegangen.
Heute geht es ihm gut.
Aber ich denke noch oft daran: Wie naiv war das eigentlich? Ich hatte Glück. Wir hatten Glück.
Letzte Woche habe ich die MHFA-Ausbildung abgeschlossen – Erste Hilfe für mentale Gesundheit. Nicht für Therapeuten, sondern für Menschen wie dich und mich.
Eine Übung hat mich sofort zurück in diesen Moment gebracht.
Wir sollten im Rollenspiel diese eine Frage stellen, die sich so falsch anfühlt:
„𝗛𝗮𝘀𝘁 𝗱𝘂 𝗦𝘂𝗶𝘇𝗶𝗱𝗴𝗲𝗱𝗮𝗻𝗸𝗲𝗻?“
Fast niemand im Raum konnte sie einfach so aussprechen. Auch mir viel es wieder schwer. Und ich kannte das Gefühl schon aus meiner Coaching-Ausbildung.
Es ist nicht so, dass die Frage gefährlich wäre. Im Gegenteil: Betroffene sind laut Studien meistens erleichtert, wenn jemand sie direkt stellt. Es ist unsere eigene Hemmung, die uns bremst.
Mentale Erste Hilfe sollte Standard sein. In Unternehmen. In Führungsausbildungen.
Für Coaches ist sie meiner Meinung nach Pflicht – zur klaren Abgrenzung, aber vor allem um vorbereitet zu sein. Der Moment kommt. Früher oder später.
Genau wie beim körperlichen Ersthelfer: Nicht jeder wird zum Sanitäter. Aber jeder sollte wissen, was zu tun ist, wenn jemand fällt.
Wärst du auf so einen Moment vorbereitet?
P.S. Die zweite entscheidende Frage ist: Hast du konkrete Pläne?





